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Zweite Etappe von Climbach nach Mannheim

Es steckten heute 126 Kilometer in den Knochen, eine Fahrzeit von 6 Stunden 22 Minuten lag hinter uns, die Sonne brannte den ganzen Tag auf uns herunter und dann…das Hotelzimmer war nicht gemacht, ich kippte fast aus den Schuhen. Aber alles der Reihe nach.
Frisch gestärkt durch leckeres französisches Baguette und allerlei Käse starteten wir heute Morgen um 9 Uhr vom idyllischen Örtchen Climbach aus. Die Nacht war recht kurz, da der Hahn des Dorfes und zwei Minuten später die Dorfglocken uns um 6.30 Uhr in senkrechte Position versetzten, sodass wir recht verschlafen losfuhren. Doch wie heißt es so schön? Der frühe Vogel fängt den Wurm. Gleich zu Beginn durften wir uns wieder kurvenreiche Straßen bergaufwärts schrauben.
Doch die Mühen lohnten sich, da uns das Lautertal mit herrlichen Waldwegen begrüßte. Wir streiften nochmals kurz bei Wissembourg das Elsass, ehe wir uns auf die Deutsche Weinstraße begaben. Logischerweise gaben wir uns ganz touristisch und durchradelten das Deutsche Weintor. Kilometerweit fuhren wir durch Rebanlagen, sanft eingebettet in die leichte Hügellandschaft mit Burgen wie etwa Burg Landeck. Weinreben so weit das Auge reichte und dazwischen die pfälzischen Dörfer mit ihren einladenden Innenhöfen. Doch irgendwann hatten wir genug von dieser Idylle und steuerten Landau an. Topfeben verlief die Landschaft weiter bis nach Speyer, bekannt für Dom und Technikmuseum. Mein persönlicher Akku ließ 23 Kilometer vor Mannheim entfernt beachtlich nach. Schließlich habe ich auch schon über 100 Kilometer in die Pedale getreten. Die Füße fühlten sich taub an und Meli konnte kaum mehr sitzen. Wir hingen eher auf unsren Räder, als dass wir ladylike auf den Carverbikes saßen. Aber es half alles nichts, wir mussten nach Mannheim, da wir dort ein Hotelzimmer zur Feier des Tages gebucht hatten. Zumindest kam auch der Rhein wieder in Sicht, den wir nun zum zweiten und letzten Mal, nun aber in die andere Richtung, überquerten. Die letzten Kilometer zogen sich unendlich und das Navigationsgerät schickte uns auch noch zu allem Übel um einen kompletten See herum. Auffallend war die Freundlichkeit der Menschen, die uns immer Hilfe anboten, falls wir irgendwo standen und das Handy zückten und diese meinten, wir hätten ein Problem. Schließlich näherten wir uns nach Stunden im Sattel Mannheim über das Industriegebiet. Interessant ist, dass es in Mannheim je nach Windrichtung mal nach Chemie oder Schokolade riecht. Die Stadt hat einen ganz besonderen Charme aufgrund ihrer Quadratstruktur. Gefallen hat uns auch, dass das Radwegenetz in der Stadt unglaublich vorbildhaft ist. So breite Radwege habe ich bislang noch nirgends gesehen. Aber die Begeisterung über solch eine fahrradfreundliche Stadt hielt nicht lange an, denn ich hatte nur noch ein Ziel im Kopf, nämlich die Dusche. Leider wurde mir diese erst einmal verwehrt, da allen Ernstes das Zimmer des Hotels nicht gemacht war. Also mussten wir mit Sack und Pack nach einer geschlagenen Stunde der Problemlösung ins Nachbarhotel umziehen. Völlig erschöpft zogen wir dennoch noch los zu einem kleinen Bummel durch die Innenstadt.

 

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