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Versichern oder nicht?

Mist, das Auto hinter mir auf dem Parkplatz habe ich nicht gesehen und Rums macht es…Aber ich bin ja zum Glück versichert, denke ich in der gleichen Sekunde, in der ich es scheppern höre. 

Versichern kann man heute ja vieles und auch ich gehöre eher zu der Kategorie der Sicherheitsmenschen. Zumindest kann ich mir suggerieren, dass ich sanft aufgefangen werde, wenn der Fall der Fälle eintritt. Der Gedanke an sich wirkt einfach beruhigend. Aber auch mir ist bewusst, dass die Versicherungsgesellschaften Geld verdienen wollen und mit der Angst der Kunden folglich gute Geschäfte machen. Aber die sanfte Injektion „Fühle dich sicher“ hat mir dennoch eine Vielzahl notwendiger oder unnötiger Versicherungspolicen beschert.

Soll jetzt in Anbetracht der anstehenden Radreise noch eine hinzukommen? Bis vor einer Stunde hatte ich an eine Fahrradversicherung bzw. Radreiseversicherung keinen Gedanken verschwendet. Allerdings schlug ich, entspannt im Garten sitzend, eine einschlägige Radzeitschrift auf und kam gerade mal zwei Seiten weit. Beim Lesen eines kleinen, unscheinbaren Artikels zu Fahrradversicherungen bohrte sich der Gedanke in meinem Gehirn fest, dass ich mich unbedingt mit der Thematik hier und jetzt schlau machen sollte. Da war die Spritze auch schon wieder und rief mantrartig: „Fühle dich sicher!“

Das Ergebnis meiner Recherche bringt mich nun aber keiner Entscheidung näher, ob wir eine Fahrradversicherung brauchen oder nicht. Zuerst wanderte mein Blick ins Kleingedruckte der Hausratversicherung. In unserem Fall natürlich ist das Fahrrad ausgeschlossen. Oft zahlt die Hausratversicherung auch nur, wenn das Rad im Keller oder der Garage beim Diebstahl eingeschlossen war. Manche Policen, die vor dem Jahr 2008 abgeschlossen wurden, können  auch eine sogenannte Nachtzeitklausel enthalten. Diese besagt, dass der Versicherte nur eine Entschädigung erhält, wenn das Rad zwischen 6 und 22 Uhr auf offener Straße gestohlen wurde. Die Versicherer halten sich ergo immer ein Hintertürchen offen.

Eine extra Fahrradversicherung lohnt sich sicherlich zur Absicherung extrem teurer Bikes. Bei manchen Anbietern lassen sich zusätzlich auch bestimmte teure Bauteile versichern, Hotelübernachtung bei Zwangspausen, Reparaturen in der Werkstatt oder Transportschäden lassen sich ebenfalls inkludieren. Aber der Spaß hat auch seinen Preis. Ein Komfortpaket kann da schnell einen Jahresbeitrag im dreistelligen Bereich generieren. Will ich nicht gleich eine Versicherung für ein ganzes Jahr abschließen, so kann man bei manchen Anbietern für eine einzelne Reise einen Versicherungsbaustein wählen. Bei wieder anderen gibt es eine Radversicherung nur in Kombination mit einer Reiserücktritts- oder Auslandkrankenversicherung. Auf alle Fälle sollte man sich gut überlegen, wofür ich eine Versicherung haben möchte und ob mir diese das Geld wert ist. 

Moment mal, aber was mache ich denn nun? Die Spritze verliert langsam ihre Wirkung, so stelle ich fest. Also kleines Geld in die Hand nehmen und die Deutschlandtour einzeln absichern, ehe ich das Mantra nicht mehr vernehmen kann: „Fühle dich sicher!“

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